Geliebter Kleingarten... oder: Einfalt - Vielfalt
Frau Laub hatte mächtige Freunde gewonnen. Es blieb nicht bei der Sonntagsrede, sondern es folgte tatkräftige Wochenarbeit. Der Vorstand packte das übel bei der Wurzel. Es sollte eine Wende in der Bewirtschaftung der Gärten einsetzen.
Die Spatzen tschilpten laut: "Tetetetet!" Sie, die ehemaligen Allerweltsvögel, benötigten mehr Naturschutz, um zu überleben.
Einige Gartenfreunde änderten vorsichtig ihre Gewohnheiten und setzten neue Prioritäten. Sie legten Wildblumenwiesen an und freuten sich über die Schmetterlinge, die über die bunte Blütenpracht gaukelten. Sie richteten besondere Ecken in ihren Parzellen ein, die sie der Natur überließen.
Kleine Teiche belebten ihre Gärten. über ihnen schwirrten prächtig glänzende Libellen. Bronzefarbene wie frisch poliert, schillernd smaragdgrüne und glänzend königsblaue. Das Hochgefühl der Teichbesitzer. Steingärten gaben den Parzellen ein exklusives Flair.
Wie auf einer Sonnenliege räkelten sich Salamander auf den warmen Felslingen. Kräuterspiralen wie in Klostergärten gestatteten die neben Petersilie, Schnittlauch und Dill vergrößerte Wunder-Würzpflanzenkollektion das Schwelgen in kulinarischen Kräuterexperimenten und ließen menschliche Gaumen Feste feiern.
Die meisten Gartenbesitzer vervielfachten nach eigener Façon die Attraktivität ihres Stückchen Lands.
Diese Gärten siegten, das ganze Gartengelände gewann. Die neuen Anlagen zierte es maßlos. Die Menschen warfen sich wie Helden in die Brust. Die Natur gewann auch. Unzählige Lebewesen fanden dringend benötigte, neue Gaststätten und Herbergen.
Herr Plump und seine weniger werdenden Kumpel schlossen sich von solchem Tun aus. Sie wollten, daß alles so blieb, wie es war. Ein kurz geschnittener Rasen war genug. Herr Plump geriet in die Minderheit und wollte möglichst nicht beachtet werden. Den Niegelnagelneu-Naturnah-Gärtnern gegenüber verhielt er sich nun anbiedernd freundlich, um seine Gewohnheiten beibehalten zu können.
Inzwischen erkundigten sich nicht nur Fremde, sondern auch Gartenfreunde bei Gertrud Laub, ob sie ihren Garten zwecks Anregungen besichtigen könnten. Die Naturliebhaberin führte sie bereitwillig herum und machte sie mit der Vielfalt ihres kleinen, grandiosen Paradieses vertraut.