Nisthilfen: Ein Obdach für Nützlinge
Nisthilfen für Bodenbrüter
- Sand-Lehm-Böschungen helfen zahlreichen Solitärbienen und -wespen, die Wohnungsnot zu lindern. Sie lieben sandiges oder lehmiges, nicht zu feuchtes, sonniges Gelände, vor allem trocken-warme, rar bewachsene Böschungen. Das erreicht man durch Aufschütten künstlicher Böschungen aus sandigem Lehm oder Löß, eventuell reicht auch magere Erde, die beim Aushub von Bauarbeiten oder eines Teiches anfällt. Diesen aber keinesfalls mit humusreichem Mutterboden abdecken. Mit dem Spaten lassen sich niedrige, etwa 20-30 cm hohe Abbruchkanten als potentielle Nisträume schaffen. Auch ebenes Gelände aus den gleichen Materialien werden als Nistplatz angenommen. Eventuell wird der Boden durch Hinzufügen von Sand und Kies magerer gemacht. Wichtig: An diesen Stellen weder graben, noch harken, wässern oder düngen! Nur die sich einstellende Vegetation wird ausgelichtet oder am Boden abgeschnitten.
- Wenig befahrene Wege
nehmen Bodenbrüter auch gern an, wenn der Boden nicht zu feucht oder tonhaltig ist. Muß der Boden vonWegen oder Terrassenflächen befestigt werden, sollte die Pflasterung breitfugig erfolgen und die Zwischenräume mit Sand verfüllt werden. Folgende Materialien eignen sich als Belag:- Bruchrohe, unregelmäßige Platten (z.B. Hartsandstein, Jurakalk, Granite)
- behauene Pflastersteine
- Flußkiesel
- Bollensteine
- Schroppen (Abfall aus Steinbrüchen)
- Sand-, Kies- oder Geröllbeete unter überhängenden Dachvorsprüngen
- Regengeschützte Flächen dieser Art
Vorhandene Kolonien sollten unbedingt erhalten werden, da eine Neuansiedlung bodenbrütender Wildbienen viel schwerer gelingt als bei oberirdisch nistenden Holz- und Stengelbewohnern.
Im warmen, trockenen Boden wohnen gern:
- Seidenbiene (Colletes daviesanus)
- Furchenbiene (Lasioglossum leucopum)
- Grabwespe (Crossocerus quadrimaculatus)
In Erdspalten und unter Steinen können sich gelegentlich ansiedeln:
- Wollbienen
- Blattschneiderbienen
Nisthilfen für Steilwandbrüter
- Stroh-Lehmwand (Ideale Ausrichtung für die Aufstellung ist nach Süden an ganztägig besonnten Stellen)
- Lehmziegelmauer
- Mini-Steilwände
Steilwände bewohnen gern:
- Maskenbiene (Hylaeus hyalinatus)
- Pelzbienen (Anthophora acervorum, Anthophora plagiata)
- Seidenbiene (Colletes daviesanus)
Natursteinmauern / Lesesteinmauern / Trockenmauern
Diese Mauern sind trocken oder nur mit Lehm, aber ohne Bindemittel wie Zement oder Kalk aufgebaut.
- Plattenartige Steine wie Sandsteine eignen sich am besten.
- Roh gespaltene bis leicht bearbeitete Steine wie Granit, Kalkstein und Quarzit sind auch gut geeignet.
Der Untergrund sollte unbedingt stabil sein, um eine lange Lebensdauer für die Mauer zu gewährleisten. Eine 40 cm tiefe Kies- und Schotterschicht als Drainage ist als Fundament empfehlenswert.
Natursteine eignen sich im Gartenbereich für die Abgrenzung bestimmter Bereiche, z.B.:
- Steingärten
- Terrassierung von abschüssigem Gelände oder Böschungen
- Aufwertung häßlicher Betonmauern durch nachträglichen Vorbau aus lehmverfugten Natursteinen
Nisthilfen für Hummeln
- Ein großer Ton-Blumentopf, halb in die Erde eingegraben, wird von Hummeln als Nistraum gern angenommen.
- Ein Reisighaufen ist ebenfalls ein Nistangebot für Hummeln
Florfliegenkasten
Überwinterungshilfe für Florfliegen
Florfliegenkasten, signalrot und mit Stroh gefüllt
Nisthilfen / Überwinterungshilfe für zahlreiche Insekten und Würmer
- Anlage einer Laub- und Astmulchschicht in Hecken, unter Bäumen und im Beet anlegen
- Das Ins-Beet-Legen alter Ziegel oder Tontopfscherben
- Ritzen in der Dachunterschicht
- Komposthaufen
Nisthilfen / Überwinterungshilfen für Brandmäuse, aber auch Lurche
Lesesteinhaufen an besonnter Stelle